Dachböden der Hofburg entdecken
Sonderführungen zum UNESCO-Welterbetag

Anlässlich des UNESCO-Welterbetag am 18. April 2026 öffnet die Burghauptmannschaft Österreich in Kooperation mit dem Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport Bereiche, die sonst im Verborgenen liegen: 

Anlässlich des UNESCO-Welterbetag am 18. April 2026 öffnet die Burghauptmannschaft Österreich in Kooperation mit dem Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport Bereiche, die sonst im Verborgenen liegen: die historischen Dachräume. Im Rahmen von Sonderführungen erhalten Besucher*innen die Gelegenheit, drei außergewöhnliche Dachwerke aus den drei Hauptepochen der Welterbestätte „Historisches Zentrum Wien“ zu erkunden, wobei jedes Dachwerk seine eigene Geschichte von Handwerkskunst, technischem Fortschritt und architektonischer Vision erzählt.

Geleitet werden die Führungen von Hausherrn Burghauptmann Reinhold Sahl und Frau DI Dr. Irmengard Mayer des Bundesministeriums für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport.

Als Teil des UNESCO-Welterbes ist die Wiener Hofburg nicht nur ein Symbol politischer und kultureller Geschichte, sondern auch ein einzigartiges Zeugnis europäischer Baukunst. Der Welterbetag lädt dazu ein, dieses Erbe bewusst wahrzunehmen, neu zu entdecken und seine Bedeutung für kommende Generationen zu reflektieren.

Eine einmalige Gelegenheit, die Hofburg aus einer neuen Perspektive zu erleben – und das architektonische Welterbe Wiens wortwörtlich von oben zu entdecken.

Führung „Das mittelalterliche Dachwerk“ am 18.04.2026 um 13:00 Uhr

Hoch über den Prunkräumen der Hofburg verbirgt sich ein Zeugnis mittelalterlicher Baukunst: das Dachwerk der Hofburgkapelle. Diese exklusive Dachwerksführung eröffnet einen seltenen Blick in einen Bereich, der Besucherinnen und Besuchern sonst verborgen bleibt.

Zwischen mächtigen Holzbalken, kunstvoll gezimmerten Verbindungen und jahrhundertealten Konstruktionen wird die Baugeschichte des 15. Jahrhunderts lebendig. Das Dachwerk der Kapelle zählt zu den bedeutenden mittelalterlichen Holzkonstruktionen Wiens und zeigt anschaulich, mit welcher Präzision und handwerklicher Kunstfertigkeit Zimmerleute ihr Handwerk ganz ohne moderne Maschinen ausübten.

Die Führung beleuchtet nicht nur die statischen Besonderheiten und die Zimmermannstechniken der Gotik, sondern auch die historische Entwicklung der Hofburgkapelle im Kontext der Residenzgeschichte. Wie wurde das Dach errichtet? Welche Materialien kamen zum Einsatz? Und wie konnte die Konstruktion über Jahrhunderte hinweg erhalten bleiben?

Eine außergewöhnliche Entdeckungsreise für alle, die sich für Architektur, Handwerk und die verborgenen Seiten der Hofburg begeistern.

Führung „Das barocke Dachwerk“ am 18.04.2026 um 14:00 Uhr

Über dem weltberühmten Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek verbirgt sich ein architektonisches Meisterwerk, das den meisten Besucherinnen und Besuchern verborgen bleibt: das monumentale barocke Dachwerk des Prunksaals. Diese exklusive Dachwerksführung eröffnet einen außergewöhnlichen Blick hinter die Kulissen eines der weltweit bedeutendsten Barockräume.

Errichtet im frühen 18. Jahrhundert unter Kaiser Karl VI., überspannt die gewaltige Holzkonstruktion den prachtvollen Saal, der zu den eindrucksvollsten Bibliotheksräumen der Welt zählt. Während unterhalb Fresken, Marmorsäulen und historische Buchbestände bewundert werden, zeigt sich darüber eine ebenso faszinierende Welt aus massiven Tragbalken, ausgeklügelten Verbindungen und beeindruckender Ingenieurskunst.

Die Führung widmet sich den konstruktiven Besonderheiten des Dachwerks, seiner statischen Raffinesse sowie den handwerklichen Techniken der Zimmerleute des 18. Jahrhunderts. Wie gelang es, einen so weiten Raum stützenfrei zu überspannen? Welche Herausforderungen stellte die Kombination aus repräsentativer Architektur und funktionaler Tragstruktur dar? Und wie wird dieses einzigartige Bauwerk bis heute erhalten?

Eine seltene Gelegenheit für Architekturinteressierte, Technikbegeisterte und alle, die die Hofburg einmal von ihrer verborgenen Seite kennenlernen möchten.

Führung „Das gründerzeitliche Dachwerk“ am 18.04.2026 um 15:00 Uhr

Direkt am repräsentativen Michaelerplatz erhebt sich eines der markantesten Bauteile der Wiener Hofburg: die Michaelerkuppel. Während ihre imposante Erscheinung das Stadtbild prägen, bleibt das dahinterliegende Dachwerk den meisten Besucherinnen und Besuchern verborgen.

Errichtet im späten 19. Jahrhundert im Zuge der großen Erweiterungen der Hofburg, verbindet die Michaelerkuppel höfische Pracht mit gründerzeitlicher Ingenieurskunst. Über der kupferblechbedeckte und goldverzierte Außenarchitektur entfaltet sich eine komplexe Dachkonstruktion, in der traditionelle Zimmermannstechniken auf industrielle Materialien und neue statische Konzepte treffen. Holz, Eisen und präzise geplante Tragstrukturen greifen hier ineinander, um die gewaltige Kuppelform dauerhaft zu stabilisieren.

Die Führung beleuchtet die architektonischen Visionen der Ringstraßenzeit, die technischen Herausforderungen beim Bau der Kuppel sowie die Besonderheiten ihrer Tragkonstruktion. Wie wurde die enorme Last verteilt? Welche Rolle spielte die Industrialisierung im Bauprozess? Und wie gelingt es, dieses beeindruckende Bauwerk bis heute zu erhalten?

Zwischen geschwungenen Tragelementen, Lichtöffnungen und dem Blick auf die innere Struktur der Kuppel eröffnet sich eine ungewohnte Perspektive auf eines der bekanntesten Wahrzeichen der Hofburg.

Eine faszinierende Entdeckungsreise für alle, die sich für Architekturgeschichte, Gründerzeit-Ästhetik und die verborgene Statik monumentaler Bauwerke begeistern.