Sanierung der Prunkräume

Anfang 2021 begannen die Sanierungsarbeiten in den Prunkräumen des Palais Modena, in denen sich das Innenministerium befindet. Burghauptmann HR Reinhold Sahl gibt Einblick, wieso diese Arbeiten so notwendig sind. 

Seit 1923 dient die Beletage des Palais Modena als Sitz des Innenministers. Das Innenressort war damals Teil des Bundeskanzleramts. Die letzte Generalsanierung erfolgte nach 1945, nachdem Teile des Gebäudes im Zweiten Weltkrieg durch Bombenschäden zerstört worden waren. Seitdem gab es nur punktuelle Renovierungsarbeiten, wie etwa die Freilegung der Sala terrena zwischen 2003 und 2006. Eine Untersuchung des Baubestandes ergab nun dringend notwendige Sanierungsarbeiten in der Beletage des Palais Modena. „Die letzten wirklich markanten Sanierungsarbeiten sind aus dem Jahr 1945, seitdem wurden die Räumlichkeiten der Beletage nie grundsätzlich saniert und das ist zur Erhaltung der historischen Substanz zu wenig“, erläutert Burghauptmann Hofrat Mag. Reinhold Sahl die Notwendigkeit der Arbeiten.

Notwendige Sanierung.
Während der Bestandsaufnahme letzten Jahres wurden erste dringende Sicherungsmaßnahmen bei absturzgefährdeten Wandvertäfelungen und Stuckelementen umgesetzt. Im Zuge der Sanierung werden die stark abgenutzten, hölzernen Wandverkleidungen und Böden instandgesetzt, sowie die Wandbespannungen gereinigt oder notfalls ausgetauscht. Zudem werden Zimmertüren, deren Beschläge sowie sich ablösende Deckenverzierungen restauriert. Die Räume werden den aktuellen Richtlinien der Brandschutzordnung und die generelle Infrastruktur dem Stand der Technik angepasst. Die Sanierungsarbeiten sollen voraussichtlich bis November 2021 abgeschlossen sein, Man liege gut im Zeitplan, bestätigt Sahl.

Baukulturelles Erbe.
Das Palais wurde zwischen 1658 und 1678 zu einem Renaissance-Gebäude umgestaltet. Ab 1811 erfolgte der Umbau im klassizistischen Stil. Das Gebäude zählt damit zum baukulturellen Erbe der Republik Österreich, dessen Erhaltung von der Burghauptmannschaft Österreich in enger Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt wahrgenommen wird. „Es geht darum, die Bausubstanz so zu sanieren, dass der historische Bestand erhalten bleibt, aber auch die Haustechnik und der Brandschutz modernisiert wird“, betont Burghauptmann Sahl. Einblick in die Geschichte. Die Sanierungsmaßnahmen bieten einen spannenden Einblick in die Geschichte des Palais Modena. Hinter einer Holzvertäfelung im sogenannten „Nusszimmer“ fanden Restauratoren die Überreste einer Wandmalerei, die sich bis unter die Holzdielen des Bodens erstreckt. Auch das Oktogon, der achteckige Verteilerraum zwischen den Repräsentationsräumlichkeiten, bietet einen interessanten Einblick hinter die Kulissen. Kennzeichnend für das Oktogon sind die zeltartige Decke und das Oberlicht, das heute größtenteils durch einen Luster ersetzt wurde. Zur Zeit Metternichs belauschten Agenten im Raum darüber durch die Öffnung unbemerkt die Gespräche der im Oktogon wartenden Besucher.

Herausforderung für alle Beteiligten.
Aufgrund der umfangreichen Arbeiten, unter anderem an der elektrischen Infrastruktur, ist es erforderlich, die Büros der Beletage für die Dauer der Arbeiten auszusiedeln und Ausweichquartiere zu schaffen. Doch nicht nur für die in den Büros ansässigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind die Sanierungsarbeiten eine Herausforderung, denn das historische Palais steht unter Denkmalschutz. Alle Umbaumaßnahmen müssen daher mit äußerster Sorgfalt durchgeführt werden. „Mit den Sanierungsaufgaben sind bis zu 15 Gewerke beschäftigt, von Holz, Stein bis hin zur Installation müssen alle in enger Abstimmung miteinander arbeiten, um das historische Palais zu erhalten“, erklärt Hofrat Sahl. Im Zuge der Sanierungsarbeiten kommen die Burghauptmannschaft und das BMI der Verantwortung des historischen baulichen Erbes nach, damit dieses auch zukünftigen Generationen erhalten bleibt.

Michael Tögel (BMI/Öffentliche Sicherheit)